Eröffnung des neuen Bundestages durch den Alterspräsidenten
Gregor Gysi war das anerkannte Rhetorik-Talent des vorangegangenen Bundestages. Auch ich war immer Fan der linken Ikone als Redner im Bundestag und in der Öffentlichkeit. Auch seine rhetorischen Publikationen wie z.B. "Was Politiker nicht sagen ... weil es um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten geht" (2022) oder "Es gibt eine Pflicht zur Übersetzung. Über Rhetorik in der Politik" (2010) habe ich begeistert verschlungen.
Nun hätte er mit seiner Rede als Alterspräsident diesen Nimbus der rhetorischen Krönung weiter festigen können. Aber das ist ihm nicht so richtig gelungen. Es begann schon damit, dass er unerwartet das Prinzip der freien Rede verließ, und mit sichtlicher Aufregung eine Manuskriptrede mit wenig Blickkontakt hielt. Sehen wir uns die Einschätzung des Spieltheoretikers Professor Rieck dazu an:
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https://www.youtube.com/watch?v=n7kdvg5VWrk&t=393s |
Die Linke ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in den letzten Jahren rhetorische immer schwächer geworden. was sollten wir daraus lernen?
1. Keiner kann alles immer bestens, selbst Gysi hat seine "Murphie-Tage" (gebrauchte Tage).
2. Üben, üben, üben. Freies Reden ist mehr als nur das Salz in der Suppe.
3. Man kann nicht nicht kommunizieren (Paul Watzlawick). Was hat Gysi an diesem Tage so verunsichert?