Schulfach „Fake News“ erkennen

In diesem BLOG möchte ich meinen StudentInnen, SeminarteilnehmerInnen und anderen Interessenten rhetorische Blitzlichter anbieten und mit ihnen darüber diskutieren. Die angeführten Redebeispiele stimmen nicht immer mit der Auffassung des Bloggers überein, sondern sollen vor allem zum "rhetorischen" Nachdenken anregen. Seit 2019 ist Dr. Wilhelm Rettler Partner dieses Blogs. Er widmet sich vor allem der Logik als klassischem Geschwisterkind der Rhetorik.
Schulfach „Fake News“ erkennen

Denk-Schreib-Aufgaben für das Rhetorik-Training und das Publizistische Arbeiten
Ein guter Rhetor brauch verständliche Texte (Logos) mit überzeugender Aussage oder motivierender Fragestellung (Ethos), die auch zur Vortragsübung geeignet sind (Pathos). Daie nachfolgenden Textformen eignen sich dafür. Probiert es aus!
Leserbrief für eine TageszeitungEin Leserbrief (z.B. an die Sächsische Zeitung )ist eine schöne Möglichkeit, sich in die öffentliche Debatte einzubringen – und die Redaktion ist durchaus offen für pointierte, gut begründete Beiträge. Aber auch für individeuelle Kommunikationsübungen sind sie gut geeignet, wie die Studierenden in meinem aktuelle Seminar "Öffentlichkeitsarbeit und Publizisatisches Arbeiten" an der Dualen Hochschule Sachsen bestätigen werden.
Kommentare zu Fotos in Alben oder Webseiten, Geburtstagsgrüße per E-Mail oder Postkarte und Widmungen in verschenkten Büchern sind ebenfalls Anwendungsbeispiele mit Esprit.
Ein paar Dinge erhöhen die Chancen, dass dein Text gedruckt wird und inhaltlich gut ankommt.
- möglichst kurz (1.000 - 1.500 Zeichen, d.h. 170 - 250 Wörter) und gut verständlich,Haiku
Haiku (japanisch 俳句; Plural: Haiku, auch: Haikus) ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Das (oder der) Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt. (Wikipedia, 06.02.26)
Ein Haiku zu schreiben ist eine wunderbare kleine Konzentrationsübung – knapp, klar, poetisch. Ich zeige dir gern, wie du das machst. (Copilot, 06.02.26)
Grundprinzipien eines Haiku
Ein klassisches Haiku folgt drei einfachen Regeln:
1. Drei Zeilen
2. Zeile: 7 Silben
3. Zeile: 5 Silben
2. Naturbezug
Traditionell beschreibt ein Haiku einen Moment in der Natur oder eine Beobachtung im Jahreslauf.
3. Augenblicksstimmung
Ein Haiku fängt einen Moment ein – etwas Flüchtiges, das man gerade wahrnimmt.
Beispiel (auf Deutsch)
Wintermorgenlicht
leise sinkt der Atemzug
über kalten Stein
So schreibst du selbst eines
Eine kleine Anleitung, die du sofort anwenden kannst:
Heutiges Ergebnis:
Für Morgen frag mich.
Was wird wohl fassbar sein?
Das merke dir gut.
Aphorismus
Seine „Sudelbücher“ enthalten hunderte kurze, scharfe, witzige, manchmal bissige Gedanken – oft nur ein Satz, aber mit enormer Tiefenschärfe.
Typisch Lichtenberg (May, Y.: LIterarische Grundbegriffe. Reclam, Stuttgart 2012, S. 17):
überraschende Perspektivwechsel
wissenschaftliche nbzw. künstlerische Neugier
Humor und Selbstironie
präzise Beobachtung im Alltags
Beispiele:
- Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feidne der Freiheit. (Marie von Ebner Eschenbach)
- Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenken. (Rosa Luxewmburg)
Ohne Rhetorik kein Sieg
Dieser Ausspruch klingt antik, lässt sich aber keinem klassischen Autor eindeutig zuordnen. Er ist kein überliefertes Zitat z.B. von Demosthenes, Cicero, Quintilian oder aus anderen griechischen oder lateinischen Quellen, sondern ist eher eine moderne Sentenz, die in der Rhetorik‑Didaktik und politischen Kommunikation verwendet wird.
Verfolgt man das öffentiche Geschehen, wird man feststellen, dass manche öffentlichen Redner bzw. Rednerinnen, einschließlich vieler Lehr- und Ausbildungspersonen oder Verwaltungs- und Servicemanager da erheblichen Nachholebedarf haben. In den Schulen und akademischen Einrichtungen gibt es heute nur noch nur selten rhetorische Lehrgegenstände. Da ich selbst Dozent für rhetorische und publizistische Kommunikation an zwei Hochschulen bin, habe ich mich deshalb immer bemüht, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen und auszustrahlen.
Mein "Lehr- und Lernwörterbuch für RednerInnen in Schule, Studium und Beruf" soll ein Beitrag dazu sein undich stelle nun eine Rohfassung über Wordpress ins Netz: https://myrhetro24.de/. Ich schalte es gern für Interessierte frei.
„Wenn ich ein Wort verwende“, erwiderte Humpty Dumpty[1] ziemlich geringschätzig, „dann bedeutet es genau, was ich es bedeuten lasse, und nichts anderes.“
„Die Frage ist doch“, sagte Alice, „ob du den Worten einfach so viele verschiedene Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – und das ist alles.“[2]
[1] Figur aus einem britischen Kinderreim in einem ursprünglich als Rätsel gedachten Gedicht: buckliger Gedrungener, auch Goggelmoggel genannt
[2] Carroll, Lewis: Alice hinter den Spiegeln. Illustration von John Tenniel, 1871
Wie könnte er aussehen und tönen?
Auf diese Frage antwortete Copilot:Hier ist Donny Gaga, das Rhetorik-Monster, in voller Pracht!
Ein Wesen, das mit scharfer Zunge und noch schärferem Verstand die Bühne dominiert—halb Debattierchampion, halb Pop-Provokateur. Wenn Worte Waffen wären, hätte Donny Gaga ein ganzes Arsenal.
Wenn du magst, können wir gemeinsam seine rhetorischen Superkräfte weiterentwickeln: Welche Stilmittel nutzt er? Was ist seine Signature-Metapher?
Donny Gaga, das Rhetorik-Monster, ist ein Meister der performativen Überwältigung. Seine Techniken sind laut, grell und strategisch pointiert—eine Mischung aus klassischer Redekunst und popkultureller Provokation. Hier sind einige seiner bevorzugten rhetorischen Waffen:
1. Amplifikation durch Hyperbole Donny Gaga übertreibt bewusst, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Emotionen zu wecken. Beispiel: „Diese Idee ist so schlecht, sie müsste sich öffentlich entschuldigen!“
2. Ironie und paradoxe Wendungen Er liebt es, Erwartungen zu unterlaufen und scheinbare Widersprüche zu inszenieren. Beispiel: „Natürlich bin ich bescheiden. Ich bin der Bescheidenste von allen.“
3. Metaphern als Identitätsmarker Er nutzt bildhafte Sprache, um komplexe Ideen greifbar zu machen und sich selbst als Figur zu inszenieren. Beispiel: „Ich bin kein Redner. Ich bin ein rhetorischer Vulkan.“
4. Anaphern und rhythmische Wiederholung Durch Wiederholung verstärkt er seine Botschaft und erzeugt einen fast musikalischen Sog. Beispiel: „Ich sage euch: Es reicht. Ich sage euch: Es ist Zeit. Ich sage euch: Wir ändern das.“
5. Ethos als groteske Selbstinszenierung Er spielt mit seiner monströsen Identität, um Glaubwürdigkeit durch Überzeichnung zu gewinnen. Beispiel: „Ich bin kein Mensch. Ich bin ein Argument auf zwei Beinen.“
6. Fragmentierung und Sprunghaftigkeit Er bricht bewusst den Fluss, um Aufmerksamkeit zu binden und Denkprozesse zu stören. Beispiel: „Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Was ist... überhaupt los hier?“
Donny Gagas Signatur-Metapher ist: **„Ich bin ein
rhetorischer Vulkan.“
Diese Metapher bündelt seine ganze Inszenierung:
Diese Metapher ist nicht nur stilistisch stark, sondern auch
performativ: Sie macht ihn zur Naturgewalt der Sprache, zur eruptiven Kraft im
Diskursraum.
Eine Sammlung zur konstruktiven Polemik
In der antiken Rhetorik Athens und Roms war dieser Ausdruck Polemik deutlich anders belegt. Urspünglich galt sie als intellektuelle Herausforderung einer öffentlichen Streitkunst. Sicherlich wurde sie auch mit streitlustiger Schärfe durch Ironie, Übertreibung oder Sarkasmus geführt. Polemos kommt ja von Streit. Aber letztlich diente sie den Sophisten doch der Verständigung trotz unterschiedlicher Argumente.
Heute hat Polemik oft einen negativen Beigeschmack und meint dann oft, dass Agieren mit unsachlichen Agriffen, persönlichen Diffamierungen und begrifflichen Unklarheiten.
Rettler bringt den bei vielen verloren gegangen Mut auf, vor allem durch Klärung von Begriffen und Gegenüberstellung von Argumenten, die Polemik wieder dahin zu holen, wo sie hingehört: in eine Kultur des Streits. Er beabsichtigt damit, die abgeflachte äußere Diskussion über soziale und politische Probleme wieder in Gang zu bringen, unterschiedliche Auffassungen zu vergleichen und gemeinsame Nenner zu finden. Ein paar thematische Beispiele:
- Begriffsvertauschung und Meinungsmanipulation,
- über Ausbeutung,
- Konsequenzen aus der Mehrwerttheorie,
- über Ideologie,
- Kapitalismus oder Menschlichkeit...
Wer polemisch argumentiert, kann natürlich argumentativ überziehen. Aber selbst dann, wenn er/sie das nicht tut, werden Polemiker häufig als "Meckerer" und "unbequeme Störenfriede" abgetan.
In Rettlers Büchlein "Einsicht(en) ist das nicht der Fall, auch wenn ich hin und wieder anderer Auffassung bin. Es ist vielmehr wie ein helfender Zeigestock an der Anzeigetafel unserer widerspruchvollen Zeit.
Danke, Wilhelm
Wordpress-Veröffentlichung
Zur Veröffentlichung meines Manuskriptes zur rhetorischen Kommunikation (vgl.Post 30.04.25) suche ich jemanden, der mir eine kurze Einweisung (ggf. per Zoom) zu WORDPRESS geben kann.
| Eulenspiegel Verlag, Berlin 1984 |
Ambrose Bierce (1842 - 1914) stand in der amerikanischen Literatur in einer Reihe mit Könnern wie Edgar Allan Poe, Ernest Hemmingway oder Markt Twain. Geistvoll, treffend und originell konzentrierte er sich vor allem auf Aphorismen , d.h. prägnant formulierte Sinnsprüche, in denen mit Weisheit und Witz Erfahrungen formuliert werden.
Seine alphabetische Sammlung von ca. 300 herzhaften Aphorismen ist ein brilliantes Beispiel dafür:
Mit Bezug auf die Kommunikation herausgezogene, alphabetisch geordnete Beispiele:
Admiral: der Teil eines Kriegsschiffes, der das Reden besorgt - das Denken übernimmt die Galionsfigur.
Beifall: Echo einer nichtssagenden Bemerkung
Connaiseur: Spezialist, der alles über etwas und nichts über alles andere weiß (connaitre franz. - kennen)
Diskussion: eine Methode, andere in ihren Irrtümer zu bestärken
Ermutigen: einen Narren in einer Torheit zu bestärken, die ihm bereits schadet
Fabel: kurze Lüge zur Veranschaulichung einer wesentlichen Wahrheit
Glückwunsch: Artigkeit der Missgunst
Höflichkeit: die angenehemste Form der Heuchelei
Intelligenz: Gehirnsekretion, die dazu befähigt, ein Haus von einem Pferd anhand des Daches zu unterscheiden
Jury: mehrere von einem gericht benannte Personen, die den Recjhtsanwälten helfen, das Recht nicht in Gerechtigkeit ausarten zu lassen
Konsultieren: die Zustimmung eines anderen zu etwas einholen, was bereits entschieden ist
Langweiler: jemand, der redet, wenn er zuhören soll
Mensch: ein Lebwesen, so angetan von Illusionen über sich, dass es völlig vergisst, was es eigentlich sein solte
Nörgler: jemand, der unsere Arbeit kritisiert
Optimismus: die Lehrmeinung oder der Glaube, wonach alles schön ist(das Hässliche eingeschlossen), alles gut (vor allem das Schlechte) und alles richtig (insbesondere das Falsche)
Planen: sich den Kopf zerbrechen, wie man am besten ein zufälliges Ergebnis erzielt
[Quatsch = rhetorische Redundanz]
Rhetorik: Verschwörung von Wort und Tat zum Betrug am Verstand
Sprache: Musik zur Verzauberung der Schlangen, die einen fremden Schatz hüten
Tagebuch: tägliche Aufzeichnung über jenen Abschnitt aus dem eigenen Leben, den man sich selber ohne Erröten mitteilen kann
Unterhaltung: Jahrmarkt minderer geistiger Erzeugnisse, wobei jeder Aussteller so auf die Anordnung seiner eigenen bedacht ist, dass er die des Nachbarn nicht zur Kenntnis nimmt
Vernünftig: für Überredung, Warnung und Ausrede zuänglich
Wahrheit: gelungene Mischung von Erwünschtem und äußerer Erscheinung
[X und Y = ?]
Zyniker: ein Lump, dessen unzulängliches Sehrvermögen die Dinge sieht, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten
Ein Sammelsurium zur rhetorischen Kommunikation von A wie Aristoteles bis Z wie Zwischenruf
Auf welche drei Arten macht Copilot komplexe Themen leicht verständlich?
Copilot hat verschiedene Strategien, um komplexe Themen zugänglich und verständlich zu machen. Hier sind drei Wege:
Schritt-für-Schritt-Erklärung: Copilot zerlegt schwierige Konzepte in kleinere, verständliche Teile. So wird jedes Element klarer, bevor die Gesamtheit des Themas betrachtet wird.
Visualisierung und Analogien: Ich nutze anschauliche Beispiele, Analogien oder Metaphern, die sich leicht mit bekannten Ideen oder Alltagserfahrungen verknüpfen lassen. Dies hilft, abstrakte Konzepte greifbarer zu machen.
Anpassung an das Wissen des Nutzers: Copilot passt die Antworten an deinen Wissensstand an und verwendet einfache Sprache, wenn nötig, oder liefert detaillierte Analysen für tiefere Verständnisse.
Das Ziel ist es, dir nicht nur Informationen bereitzustellen, sondern dir auch zu helfen, sie intuitiv zu begreifen. Was möchtest du besser verstehen?
Nachhaltige Leseempfehlung
wird, nach überwundener erster Scheu,
man sich bald davon angezogen fühlen.
Jacob Grimm