Denk-Schreib-Aufgaben für das Rhetorik-Training und das Publizistische Arbeiten
Ein guter Rhetor brauch verständliche Texte (Logos) mit überzeugender Aussage oder motivierender Fragestellung (Ethos), die auch zur Vortragsübung geeignet sind (Pathos). Daie nachfolgenden Textformen eignen sich dafür. Probiert es aus!
Leserbrief für eine TageszeitungEin Leserbrief (z.B. an die Sächsische Zeitung )ist eine schöne Möglichkeit, sich in die öffentliche Debatte einzubringen – und die Redaktion ist durchaus offen für pointierte, gut begründete Beiträge. Aber auch für individeuelle Kommunikationsübungen sind sie gut geeignet, wie die Studierenden in meinem aktuelle Seminar "Öffentlichkeitsarbeit und Publizisatisches Arbeiten" an der Dualen Hochschule Sachsen bestätigen werden.
Kommentare zu Fotos in Alben oder Webseiten, Geburtstagsgrüße per E-Mail oder Postkarte und Widmungen in verschenkten Büchern sind ebenfalls Anwendungsbeispiele mit Esprit.
Ein paar Dinge erhöhen die Chancen, dass dein Text gedruckt wird und inhaltlich gut ankommt.
- möglichst kurz (1.000 - 1.500 Zeichen, d.h. 170 - 250 Wörter) und gut verständlich,- authentisch (mit persönlichem Standpunkt und keinesfalls anonym),
- knapp und pointiert (Anlass/Bezug - Position - Begründung/kurzer Schluss),
- ohne beleidigend, diskriminierend oder verfälschend zu wirken.
Haiku
Haiku (japanisch 俳句; Plural: Haiku, auch: Haikus) ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Das (oder der) Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt. (Wikipedia, 06.02.26)
Ein Haiku zu schreiben ist eine wunderbare kleine Konzentrationsübung – knapp, klar, poetisch. Ich zeige dir gern, wie du das machst. (Copilot, 06.02.26)
Grundprinzipien eines Haiku
Ein klassisches Haiku folgt drei einfachen Regeln:
1. Drei Zeilen
2. Zeile: 7 Silben
3. Zeile: 5 Silben
2. Naturbezug
Traditionell beschreibt ein Haiku einen Moment in der Natur oder eine Beobachtung im Jahreslauf.
3. Augenblicksstimmung
Ein Haiku fängt einen Moment ein – etwas Flüchtiges, das man gerade wahrnimmt.
Beispiel (auf Deutsch)
Wintermorgenlicht
leise sinkt der Atemzug
über kalten Stein
So schreibst du selbst eines
Eine kleine Anleitung, die du sofort anwenden kannst:
- Beobachte etwas Konkretes z. B. Licht, Wind, Geräusch, Temperatur, Bewegung.
- Notiere drei kurze Bilder oder Eindrücke Was siehst du? Was verändert sich? Was fühlst du?
- Forme daraus drei Zeilen Passe die Silbenzahl an (5–7–5), aber ohne dich zu sehr zu quälen – moderne Haikus sind oft flexibler.
- Lass ein kleines „Aha“ entstehen Ein Haiku lebt von einer leisen Überraschung oder einem Perspektivwechsel.
Heutiges Ergebnis:
Für Morgen frag mich.
Was wird wohl fassbar sein?
Das merke dir gut.
Aphorismus
Seine „Sudelbücher“ enthalten hunderte kurze, scharfe, witzige, manchmal bissige Gedanken – oft nur ein Satz, aber mit enormer Tiefenschärfe.
Typisch Lichtenberg (May, Y.: LIterarische Grundbegriffe. Reclam, Stuttgart 2012, S. 17):
überraschende Perspektivwechsel
wissenschaftliche nbzw. künstlerische Neugier
Humor und Selbstironie
präzise Beobachtung im Alltags
Beispiele:
- Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feidne der Freiheit. (Marie von Ebner Eschenbach)
- Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenken. (Rosa Luxewmburg)




